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Triumph-Werke – TA Triumph-Adler AG

Die Triumph-Werke, aus denen später die Triumph-Adler AG hervorging, waren einst ein führender Büromaschinen- und Zweiradhersteller. Das erste Fahrrad verließ 1896 das Werk, mit der Produktion von Schreibmaschinen wurde 1909 begonnen. Heute ist TA Triumph-Adler im Document Business tätig und berät Geschäftskunden, eigenen Angaben zufolge, beim effizienten Dokumenten-Workflow.


Die Triumph-Werke waren anfangs nur eine Tochtergesellschaft der 1887 gegründeten "Triumph Cycle-Company Ltd". Ins Leben gerufen wurde diese Firma im englischen Coventry, von Siegfried Bettmann, einem gebürtigen Nürnberger der 1913 sogar zum Bürgermeister der englischen Stadt gewählt wurde. Zusammen mit dem Bankhaus Josef Kohn, dem Kaufmann Sigmund Adelung sowie Eduard Hass und Julius Beißbarth gründete Bettmann am 15. Juli 1896 die "Deutsche Triumph Fahrradwerke AG". Produziert wurde ab Oktober gleichen Jahres in der Nürnberger Hadermühle.

Zu dieser Zeit war der Fabrikneubau an der Fürther Straße schon im Entstehen, welcher im Januar 1897 bezogen werden konnte. Schon 1901 wurden bei Triumph 100 Fahrräder täglich hergestellt. Das erste Motorrad verließ 1903 das Werk, womit Triumph, neben NSU und Wanderer, einer der ältesten deutschen Motorradfabrikanten ist. Jedoch blieb die Nachfrage hinter den Erwartungen zurück, sodass man diesen Produktionszweig 1907 vorerst wieder aufgab.

Nachdem Triumph 1909 die Norica-Schreibmaschinenwerke übernommen hatte, konzentrierte man sich ab dieser Zeit auf die Herstellung von Schreibmaschinen. Bereits vor der Trennung von der englischen Muttergesellschaft im Jahr 1913, erfolgte 1911 die Umfirmierung in "Triumph Werke Nürnberg AG". In dieser Zeit wurden knapp 2.000 Schreibmaschinen pro Jahr hergestellt.

Weiterere Geschäftszweige kamen hinzu, als man 1917 die Munitionsfabrikation aufnahm und ab 1919 die Motorradproduktion wieder aufleben ließ. Die verschiedenen Standbeine des Unternehmens zahlten sich während der Krise der Zweiradindustrie Mitte der 1920er Jahre aus. Zu dieser Zeit verließen über 3.000 Schreibmaschinen im Jahr das Werk an der Fürther Straße. Zum Exportschlager entwickelte sich das 1927 auf den Markt gekommene "Modell 10". Sogar der damalige Papst Pius XI verfasste seine Schriftstücke auf diesem Typ. Der Vatikan ließ 1928 durch Kardinal Menotti telegraphisch mitteilen: "Habe Vergnügen mitzuteilen, dass heiliger vater größtes wohlgefallen über triumphschreibmaschine aussprach und seinen segen zum wohlergehen direktion und arbeiter triumph erteilt."

Wie Dr. Karl Seiler in seinem 1950 erschienen Buch "Das Wirtschaftsleben der Stadt Nürnberg von 1050-1950" schreibt, muss das Unternehmen Ende der 1920er Jahre eine Blütezeit gehabt haben. Dort heißt es: "... Vor allem verzeichnete die Motorrad-Fabrikation einen stetigen Aufstieg und erreichte 1928/29 einen Höchststand. Aber auch die Schreibmaschinen-Abteilung blieb hinter dieser Entwicklung nicht zurück und fügte in den Jahren 1928-30 ihrem Programm die schreibende Buchungsmaschine mit Vorsteckeinrichtung zu, die ab 1937 mit Zählwerken ausgestattet und auch als rechnende Buchungsmaschine geliefert wird. ..."

Da man vor dem Zweiten Weltkrieg für Autos und Motorräder bis zu 200 ccm Hubraum keinen Führerschein brauchte, war das Volksmotorrad KV 200 ein Erfolgsmodell. Mit 1.800 Mitarbeitern erwirtschafteten die Triumph-Werke 1938 einen Umsatz von 15 Millionen Mark. In den Kriegsjahren produzierte man hauptsächlich für die deutsche Wehrmacht. Das Firmengebäude an der Fürther Straße wurde durch die Kriegsereignisse zwar beschädigt, blieb aber weitgehend unzerstört, sodass die Produktion rasch wieder aufgenommen werden konnte. In der Nachkriegszeit wurden Aggregate für Pumpen, Kompressoren, sowie Traktoren und andere landwirtschaftliche Geräte entwickelt.

Eine Neuheit auf dem Schreibmaschinen-Sektor wurde 1949 auf der Hannover-Messe vorgestellt, die "Matrua", ein Gerät das sich in den 1950er Jahren zum Verkaufsschlager entwickelte.

Ende der 1950er Jahre begann das langsame Sterben der Nürnberger Zweiradindustrie. Als der Fürther Unternehmer Max Grundig 1957 die Triumph-Werke erwarb, stellte er die Zweiradproduktion ein. Da Grundigs Kerngeschäft die Produktion von Radio- und Fernsehgeräten war, verkaufte es das Unternehmen 1969 an die Litton Industries Inc. aus Beverly Hills (Kalifornien). Diese Firma hielt seit 1966 eine Mehrheitsbeteiligung an den Frankfurter Adler-Werken, einem der führenden Schreibmaschinenhersteller Deutschlands. Die beiden Unternehmen erwirtschafteten nach dem Zusammenschluss einen Umsatz von 225 Millionen Mark, mit 8.200 Mitarbeitern. Ein Erfolgsmodell in dieser Zeit war die Kleinschreibmaschine "Gabriele", wahrscheinlich nach Grundigs Enkelin Gabriele benannt. Die Umfirmierung zur TA Triumph Adler AG erfolgte erst im Jahr 1985.

Der Büromaschinenhersteller erreichte weltweit den fünften Platz, konnte seine Marktposition im beginnenden Computerzeitalter aber nicht weiter stärken. Zwar brachte man 1971 den "Volkscomputer" TA 10, gefolgt vom 1977 erschienen TA 20, auf den Markt, den Durchbruch erreichten diese Maschinen aber nicht. Der TA 20, nach eigenen Angaben "der erste vollelektronisch schreibende und rechnende Schreibmaschinen-Computer" verhalf dem Unternehmen laut eigener Firmengeschichte "bei Bürocomputern mit einem Marktanteil von fast 19 % in der Bundesrepublik auf Platz 2."

Dennoch, Ende der 1970er Jahre schrieb man Verluste in Höhe von 79 Millionen Mark. Ein erneuter Besitzerwechsel erfolgte am 9. März 1979, als die Volkswagen AG die Aktienmehrheit übernahm. VW wollte seine erwirtschafteten Gelder gewinnbringend in einem anderen Geschäftsbereich anlegen. Doch daraus wurde nichts. Zwar pumpte man 1,7 Milliarden Mark in das Unternehmen, der Erfolg blieb aber aus. VW stieg aus und verkaufte TA 1986 an den direkten Mitbewerber Olivetti. Man fertigte und vertrieb zwar auch Computer, aber der große Durchbruch gelang nicht. Der italiensche Mutterkonzern stellte die Computerproduktion 1992 ein, was einen Verlust von über 1.000 Arbeitsplätzen mit sich brachte. Waren Mitte der 1980er Jahre noch über 7.000 Menschen bei Triumph-Adler beschäftigt, lag die Mitarbeiterzahl Ende 1993 bei nur noch 300. Zu Glanzzeiten arbeiteten bei dem Unternehmen 17.600 Menschen, der Unsatz lag bei 1,65 Mrd. D-Mark.

Im Sommer 1994 wurde die Triumph-Adler AG von einem Investorenkonsortium übernommen. Auch das Firmengelände an der Fürther Straße ging in andere Hände. Die alpha-Gruppe von Immobilienentwickler Gerd Schmelzer hat das Areal übernommen und zwischenzeitlich zu einem Mittelstandszentrum mit Mietern aus unterschiedlichsten Bereichen umfunktioniert. Die TA Triumph-Adler AG indes gibt es immer noch und gehört nun zur Kyocera Mita Corporation. Das Unternehmen betätigt sich im "Document Business". Im Unternehmensprofil heiß es dazu: "Wir analysieren und beraten Geschäftskunden individuell und realisieren den effizienten Dokumenten-Workflow. Sowohl in papier- als auch in elektronischer Form mit nachhaltigem Service. (...) Mehr als 34.000 hauptsächlich mittelständische Kunden werden von unseren 450 Document-Consultant aus 50 Standorten heraus betreut. ..."


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: DWN, SLN;
Nürnberger Zeitung v. 11.09.2008, Wolf-R. Scharff, "Triumph-Adler macht die Schreibmaschine salonfähig".
Nürnberger Nachrichten v. 21.01.2010, Markus Hack, "Triumph-Adler feilt an seinem >Mythos<"
Internet: TA Triumph-Adler

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