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Nürnberg

Tucher Bräu

"Tucher. Braukunst seit 1672." Dieser Slogan prangt auf der Website der Tucher-Brauerei. Die Jahreszahl geht aufs ehemals reichsstädtische, 1672 errichtete, Weizenbräuhaus zurück, welches die Familie von Tucher 1855 erwarb. Heute ist die Tucher Brauerei eine eigenständige Tochter der größten Privat-Brauereigruppe Deutschlands, der Radeberger Gruppe.

Inhaltsübersicht
Das städtische Weizenbräuhaus
Tucher Bräu
Nachträge
Die altehrwürdige Tucher-Brauerei wird abgerissen
Auf dem ehemaligen Tucher-Areal entstehen die "Nordstadtgärten"



Das städtische Weizenbräuhaus

Der Rat der Stadt braute bereits seit 1643 in eigener Regie Weizenbier. Zunächst im Heilig-Geist-Spital und ab 1672 im eigens errichteten Weizenbrauhaus in der Waizenstraße 3 (heute Karl-Grillenberger-Straße). Nach dem Übergang Nürnbergs an Bayern (1806) fiel das Brauhaus an den Staat und wurde als "königliches Bräuhaus" weitergeführt. Die bayerische Obrigkeit interessierte sich aber nicht sonderlich für Eigenbetriebe, Versuche die Brauerei zu verpachten oder zu verkaufen scheiterten. Biermangel schien in der Stadt nicht zu herrschen. Es existierten 1806 in der Nürnberger Altstadt weitere 33, überwiegend kleinere Brauereien, die meist in beengten Verhältnissen produzierten. Nachdem der Absatz für Weizenbier, für dass das "königlichen Bräuhaus" ein Monopol besaß, ab 1830 rückläufig war, erfolgte 1848 die Umstellung auf Braunbierproduktion. Ein Verlust in Höhe von 1.200 Gulden im Jahr 1847 gab wahrscheinlich den Ausschlag. Die Staatsregierung kaufte kurzerhand die Brauerei Wagner (Untere Talgasse 18) und übertrug die Braugerechtigkeit auf das Weizenbräuhaus. Ab dieser Zeit konzentrierte man sich auch vermehrt auf den Bierversand.


Tucher Bräu

Die Familie von Tucher hatte bereits 1833 170.000 Gulden für das Weizenbräuhaus geboten, jedoch vergeblich. Wie eingangs erwähnt erwarb die "Dr. Lorenz von Tucher Stiftung" 1855 dann doch das Brauhaus und forcierte den Bierversand weiter. Nachdem die benachbarte Leder-Brauerei (ehem. Waizenstraße 1) 1851 eine Dampfmaschine in Betrieb genommen hatte, führte man diese Technik 1855 auch bei Tucher ein. Die neuen Brauereibesitzer stellten die Herstellung von Weizenbier 1866 wegen Unrentabilität eingestellt.

Bereits 1875 gingen etwa zwei Drittel der Tucher Biere in alle Welt. Die "Freiherrlich von Tucher´sche Brauerei" ließ sich den Mohrenkopf, seit dem 13. Jahrhundert Bestandteil des Familienwappens, als Schutzmarke eintragen (dieser ist noch heute das Markenzeichen des Unternehmens). Der Umzug in einen Neubau (Lange Gasse 20) erfolgte 1890. Das Areal namens "Zur Wachsbleiche" hatten die von Tuchers schon nach dem Erwerb des Weizenbräuhauses gekauft. 1892 erlebte die Brauerei mit einem Bierausstoss von 93.600 Hektolitern einen ersten Höhepunkt. Sechs Jahre später erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft.

Allerdings stieß man in der Langen Gasse auf den Widerstand der Anwohner. Die befürchteten, dass durch Lärm, Rauchentwicklung und Feuergefahr, "die anliegenden Grundstücke noch stärker entwertet werden, als sie durch die Aufstellung einer Eismaschine und zweier hundertpferdekräftiger Dampfmaschinen schon wurden." Einen Rechtsstreit durch mehrere Instanzen entschied die Tucher Brauerei für sich. Wegen dem anhängigen Verfahren hatte man Modernisierungsmaßnahmen zurückgestellt, sodass erst im Jahr 1900 eine Fasspichanlage und eine Jahr später zwei neue Dampfkessel in Betrieb genommen werden konnten. Bohrungen für einen ergiebigen Brunnen erfolgten 1902.

1906 fusionierte der Betrieb mit der Nürnberger Aktienbrauerei (vorm. Heinrich Henninger) in der Bayreuther Straße 18, "auf Betreiben von Börsenkreisen", wie es heißt. Aus einem weiteren Zusammenschluss mit der "Brauhaus Nürnberg J. G. Reif AG" (Siechen-Bier), ging 1966 die Brau AG hervor. Das Brauhaus Nürnberg war zeitweise die größte Brauerei Nordbayerns und produzierte seit 1899 in der Braustätte am Schillerplatz. Dorthin übersiedelte auch Tucher-Bräu und brachte das Tucher-Siechen-Bier auf den Markt, welches seinerzeit sehr bekannt war.

Nachdem das Städtische Weizenbräuhaus bereits 1913 an die Stadt Nürnberg verkauft wurde, trennte man sich auch von dem Areal an der Langen Gasse. Das Weizenbräuhaus wurde bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg als städtisches Verwaltungsgebäude genutzt, an der Langen Gasse entstand in den 1970er Jahren ein Neubau für die Universität Erlangen-Nürnberg.

Die Tucher-Brauerei wechselte in der Folgezeit mehrfach den Besitzer. 1985 wurde sie Teil des Rosenheimer März-Konzerns der den Betrieb als "Tucher-Bräu AG" führte. 1994 übernahm der Müchner Bauunternehmer Hans Inselkammer, von der zwischenzeitlich insolventen März-Gruppe, die Aktienmehrheit an der Tucher Bräu AG. Die Inselkammer-Gruppe führte Tucher mit der Patrizier Bräu AG, ehemals zum Schickedanz-Konzern gehörend, zusammen.

Die Brauerei verfügte nun über vier Braustätten. Neben dem Stammhaus am Schillerplatz braute man in Fürth, Schwabacher Straße (vorm. Humbser-Brauerei), in der Bärenschanzstraße (Lederer-Brauerei), und in Zirndorf (Brauerei Zirndorf). Seit 1998 erfolgt der Vertrieb der unterschiedlichsten Biersorten aus dem neu erbauten Logistikzentrum am Main-Donau-Kanal in der Fürther Südstadt.

Erneut wechselt die Tucher-Bräu den Besitzer, 2004 übernimmt die Dr. August Oetker KG, zu der auch die Radeberger-Gruppe gehört, die Traditionsbrauerei. Die Immobilien verbleiben im Besitz der Familie Inselkammer. Mit dem Bau einer großen, modernen Braustätte haben die neuen Inhaber alle vier Produktionsbetriebe unter einem Dach vereint.

Der feierliche Spatenstich für das neue Sudhaus am Logistikzentrum in Fürth erfolgte am 14. Sept. 2007. Auf einer Grundstücksfläche von 94.000 qm und einem Investitionsvolumen in Höhe von 50 Millionen Euro, entstand in 2008 die neue Braustätte. Die Brauerei wurde am 24. Sept. 2008 in Betrieb genommen, die neue Verwaltung konnte Ende 2008 bezogen werden. Unter anderem wurde auf dem Areal ein rund 20 Kilometer langes Rohrleitungssystem verlegt, etwa 50 Kilometer Strom- und Datenkabel sollen für einen reibungslosen Geschäftsbetrieb sorgen. Wahrscheinlich hat Tucher nun das einzige Zwei-Städte-Sudhaus der Welt. Die Stadtgrenze von Nürnberg und Fürth verläuft genau durch das Herzstück der Brauerei.


Die altehrwürdige Tucher-Brauerei wird abgerissen

Derzeit (April 2011) wird die einstige Braustätte am Schillerplatz abgerissen, nachdem sie die Inselkammer-Gruppe im Sommer 2010 verkaufte. Auf dem ca. fünf Hektar großen Grundstück, auf dem sich auch riesige Keller befinden, wird die Nürnberger Immobilien- und Baufirma KIB ein neues Wohnviertel errichten. Allerdings herrscht momentan etwas Ratlosigkeit. Die "Nürnberger Nachrichten" titelten am 23.02.2011: "Tucher-Abriss lässt Anlieger ratlos zurück". Denn, bislang vermissen die Anwohner (und nicht nur die) Informationen über das Projekt – Stadt und Investor halten sich noch bedeckt. Auch der Verlust von 57 Bäumen stößt den Anliegern bitter auf. Dem Artikel der NN ist auch zu entnehmen, dass die KIB fünf Architekturbüros beauftragt hat, die ein neues städtebauliches Konzept erarbeiten sollen.

Eins ist sicher – das denkmalgeschützte Sudhaus bleibt jedenfalls erhalten. Nicht nur die Denkmalschützer wünschen sich, dass auch der markante Wasser- und Speicherturm nicht abgerissen wird, sondern als Wahrzeichen erhalten bleibt und in die Planungen einbezogen wird. Der Investor hofft, im Herbst 2011 mit dem ersten von bis zu sieben Bauabschnitten beginnen zu können.



Nachtrag, 07.05.2011

Auf dem ehemaligen Tucher-Areal entstehen die "Nordstadtgärten"

Wie einem Artikel der Nürnberger Nachrichten (05.05.11) zu entnehmen war, hat die KIB-Gruppe jetzt weitere Informationen zur Bebauung des ehemaligen Tucher-Areals bekannt gegeben. Auf dem Gelände sollen 600 Wohnungen verschiedenster Preisklassen entstehen. Somit schöpft der Bauherr den Bebauungsplan nicht voll aus, um die Fläche aufzulockern und Platz für Grünflächen zu erhalten. In dem neuen "Stadtteil" entstehen "sowohl Eigentums- als auch Mietobjekte, sowohl in mehrgeschossigen Häusern als auch in Form von Stadtvillen, Lofts und reihenhausähnlichen Abschnitten", so die NN. Ergänzende Einrichtungen wie eine Kindertagesstätte, sowie Läden und Büros, sind ebenfalls vorgesehen.

Der Baubeginn soll Anfang 2012 erfolgen, bereits im Sommer diesen Jahres beginnt der Verkauf für den ersten von sechs Bauabschnitten. Das denkmalgeschützte Sudhaus wird wahrscheinlich in ein Gastronomieobjekt umgewandelt. Auch der markante Wasser- und Speicherturm bleibt erhalten, in ihm sollen extravagante Wohnungen entstehen. Das neue Großprojekt kommt auch dem Schillerplatz zugute. Statt wie momentan nur aus Parkplätzen und einer Bauminsel bestehend, soll der Platz eine größere Grünfläche, sowie den ursprünglichen Zuschnitt aus den 1920er Jahren bekommen. KIB-Chef Richard Minartz rechnet, dass das Areal in sechs bis acht Jahren komplett bebaut sein wird.


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Tucher Bräu Pförtnerhaus
Tucher Bräu, Pförtnerhaus
Tucher Bräu Sudhaus
Tucher Bräu Sudhaus

Tucher Bräu Einfahrt
Tucher Bräu, Einfahrt

Tucher Bräu Relief
Tucher Bräu, Relief am Sudhaus
Tucher Bräu
Tucher Bräu

Tucher Bräu Relief
Tucher Bräu, Relief am Sudhaus
Tucher Bräu
Tucher Bräu

Tucher Bräu
Tucher Bräu

Tucher Bräu
Tucher Brauerei im Abriss
Tucher Bräu im Abriss
Tucher Brauerei im Abriss
Tucher Bräu im Abriss
Tucher Brauerei im Abriss
Tucher Bräu im Abriss
Tucher Brauerei im Abriss

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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: BIN, SLN; Verlagssonderveröffentlichung (Beilage) in "Der Marktspiegel", Verlag "Der Marktspiegel" GmbH, Sep./Okt. 2008

Quelle im Internet:
wikipedia.de

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